Workshops BBB 2011



Experimenteller Kurzfilm :
Weltensprünge: Groß-Klein-Mini
„Mikro-Kosmos – miniaturisierte Welten“

Der Workshop verbindet die vorgefundene Wirklichkeit mit szenischen und experimentellen Elementen. Mit Hilfe der „Tilt-shift-Technik“ entstehen eigene Welten und Realitäten.
Durch spezielle Kameratechniken und Filter in der Nachbearbeitung kreieren wir aus der Realwelt eine modelleisenbahnhafte Miniaturwelt.

Die Teilnehmenden können thematische Schwerpunkte selbst entscheiden und entwickeln gemeinsam das Konzept zum Film. Vorgefundene dokumentarische Situationen werden mit inszenierten Szenen, in denen auch selbst vor der Kamera agiert werden kann, zu einem experimentellen Kurz-Film verbunden.
Die Grenzen zwischen Musik-Video, Kurzfilm, Doku und Kunst-Video werden aufgelöst. Technische Fertigkeiten im Umgang mit Kamera, Licht und Schnitt werden ebenso vermittelt wie gestalterische und dramaturgische Grundlagen.


Dozent: Sebastian Krügler
ist freier Kameramann und Cutter, Mitglied von 89mm.minimum.movies und erfahrener Dozent von künstlerischen Werkstätten
(z.B. KJF-PreisträgerWorkshop 2006
“Von der Fotografie zum Film” oder BilderBewegungBerlin 2005, 2006, 2008, 2009, 2010)



Erzählender Kurzfilm:
Außenwelt-Innenwelt-Parallelwelt

Jeder von uns zeigt ein bestimmtes Gesicht, Image oder Erscheinungsbild im Alltagsleben – egal ob in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Studium. Jedoch können unsere inneren Wünsche, Sehnsüchte und Gedanken ein reiches Eigenleben führen und wir wechseln – meist von anderen unbemerkt – zwischen den parallel existierenden Innen- und Außenwelten in und um uns selbst.

In dem Workshop wollen wir uns erlauben, uns in parallele Gedankenwelten, Gefühlswelten und (Tag)Traumwelten zu versetzen und dafür filmische Bilder und Situationen zu finden. Diese Ebene setzen wir in ein Spannungsverhältnis mit unserer Außenwelt, in der genormte und definierte Abläufe unseren Alltag bestimmen.
Die scheinbar widersprüchlichen Facetten unserer Persönlichkeit und die fließenden Übergänge zwischen Wirklichkeit und Phantasie bilden unsere thematische Spielwiese, um aus individuellen Ideen der TeilnehmerInnen und gemeinsamen Entdeckungen im Kurs unser Filmkonzept zu entwerfen.

In der Stoffentwicklung arbeiten wir zunächst mit Mitteln der Recherche, der dokumentarischen Beobachtung und Kniffen des Drehbuchhandwerks. Im zweiten Schritt wird ein visuelles Konzept der Szenen erarbeitet und passende Motive und Kameraeinstellungen für deren Umsetzung gefunden. Beim Drehen werden wir uns auf die präzise und organische Inszenierung der Schauspieler vor der Kamera fokussieren. Dabei besteht sowohl die Möglichkeit, selbst zu spielen, als auch Grundlagen der Schauspielführung zu erlernen. Im Schnitt geben wir der Erzählung schließlich ihre notwendige Verdichtung und arbeiten mit Kontrast, Rhythmus und Musikalität.


Dozentin: Brigitte Maria Bertele
ist diplomierte Schauspielerin und Regisseurin. Zu ihren filmischen Arbeiten gehören u. a. „Roaming Around“ (Deutscher Kurzfilmpreis) „Nacht vor Augen“ (Preis der deutschen Filmkritik, nominiert für den Grimme-Preis und den Deutschen Filmpreis) und „Der Brand“ (nominiert für den Max-Ophüls-Preis).



Schwarzweiß-Fotografie:
Kosmographische Versuche in Schwarz – Weiß

Geprägt durch eine Vielzahl von Einflüssen sind wir alle umgeben von unserem eigenen kleinen Universum, haben unsere eigene Welt, in der wir uns von A nach B nach C und zurück bewegen. Parallel dazu existieren um uns herum die Universen aller anderen – Nachbarn, Freunde, Unbekannte – die ebenfalls vielfältig ihre Bahnen ziehen. Im Alltag ergeben sich daraus etliche Kreuzungspunkte und zeitweilige Parallelbahnen.

Ein Ort, an dem das besonders sichtbar wird, sind z.B. öffentliche Verkehrsmittel. Auf langen U-Bahnbänken haben sich zufällig ganz unterschiedliche Menschen dicht nebeneinander gereiht, um ein Stück ihres Weges zurückzulegen.
Das zu beobachten, aufzuzeichnen, und in fotografischen Bildern und Bewegungsdiagrammen festzuhalten, wird uns während dieser Woche beschäftigen. Unser Betrachtungsfeld ist die pulsierende, von Kreuzungspunkten durchzogene Stadt Berlin.

Zusätzlich ist jedes unserer Universen umkreist von eigenen Traum- und Vorstellungswelten. Deren Visualisierung wird deshalb auch ein Thema dieser Woche sein. In surrealen Inszenierungen könnt ihr mit den Mitteln der Schwarz-Weiss-Fotografie den aktuellen Raum- und Zeitbezug verlassen und eure persönlichen Imaginationsräume schaffen.
Ihr erarbeitet eure individuellen fotografischen Serien , fotografiert sie dann auf Schwarz-Weiss-Film und entwickelt anschließend die Filme und Abzüge selbst im Labor. Am Ende konzipiert und zeigt ihr eure eigene Ausstellung mit den Ergebnissen eures „Weltenwandelns“.



Dozentin: Silke Krüger
ist seit dem Abschluss ihres Fotografiestudiums im Jahr 1999 als freiberufliche Fotografin in Berlin tätig.
Neben Arbeiten für Agenturen und andere Kunden schafft sie freie künstlerische Werke, in denen sie sich besonders mit den Möglichkeiten der klassischen Fotografie und Laborarbeit auseinandersetzt. Sie leitet regelmäßig künstlerische Seminare in verschiedenen Bereichen der Fotografie.



Fotofilm:
Weltenwandler –  zwischen Fotografie und Film

Zahlreiche Künstler haben sich immer wieder bei der Fotografie als künstlerischem Mittel im Film bedient und die Kraft des “eingefrorenen” Bildes in Bezug zu “bewegten” Bildern erforscht.
Besonders interessant sind die sogenannten Fotofilme. Diese bestehen meist ausschließlich aus Fotografien und werden mit einer Sprecherstimme, O-Tönen  etc. ergänzt. Durch das Innehalten der Bilder hat der Betrachter viel Raum, seine eigenen Erfahrungen, Emotionen und Gedanken beim Betrachten der Bilder mit einzubringen, er wird zum aktiven Betrachter.

Im Rahmen unseres Fotofilm-Workshops arbeiten wir daran, wie ihr eine Geschichte mittels Fotografien und O-Tönen erzählen könnt.
Ihr begebt euch auf die Suche oder denkt euch eine Geschichte aus, fotografiert die einzelnen Bilder mittels Digitalkamera und nehmt Text und Töne mit einem Aufnahmegerät auf.

Beim Zusammensetzen eures Filmes erfahrt ihr mehr die digitale Bildbearbeitung und wie die richtige Bildauswahl und die Kraft des Einzelbildes in einem Fotofilm besonders zum Tragen kommt.

Dozent: Daniel Nauck,
32, hat Fotojournalismus an der FH Hannover studiert und ist einer der Mitgründer von 2470media, eine Produktionsfirma für Multimedia-Reportagen.
Vorher war er als Werbegrafiker und Fotograf für Film und Fernsehen in Potsdam und Berlin tätig. Daniel Nauck lebt und arbeitet in Potsdam und Berlin.